WhatsApp – Sicher oder nicht?

Kurzes Vorwort: Ja ich weiß, die Story ist schon etwas älter, aber weil ich krank war gebe ich erst jetzt meinen Senf dazu. Besser spät als nie…

Begonnen hat die ganze Sache damit, dass Kryptografie- und Securityforscher Tobias Boelter herausfand, dass WhatsApp die Technologie zur Ende-zu-Ende-Verschlüsslung von Open Whisper Systems um eine Backdoor erweitert habe. Gegenüber dem Guardian sagt er:
[Some] might say that this vulnerability could only be abused to snoop on ‘single’ targeted messages, not entire conversations. This is not true if you consider that the WhatsApp server can just forward messages without sending the ‘message was received by recipient’ notification (or the double tick), which users might not notice. Using the retransmission vulnerability, the WhatsApp server can then later get a transcript of the whole conversation, not just a single message.
Das (ergänzt mit dem Statement von Facebook) bedeutet, dass WhatsApp zwar nicht den gesamten Nachrichtenverkehr aller Nutzer mitlesen kann, wohl aber in der Lage ist einzelne Nutzer “abzuhören”. Man sollte jetzt natürlich annehmen, dass Facebook diese Sicherheitslücke/Backdoor peinlich ist, aber dem ist nicht so: Der liebste Herr Zuckerberg weiß von der Backdoor und begründet diese damit, dass sie nötig ist, um die Nutzerfreundlichkeit von WhatsApp zu gewähren. Is klar, ne?


Wer die ganze Story im Detail nachlesen will, dem empfehle ich diesen sehr guten Artikel von den Mobilegeeks


Jetzt stelle ich mir natürlich die Frage: Ist die Verschlüsslung von WhatsApp völlig fürn Arsch? Für mich lautet die Antwort JA. Ich bin ein großer Kritiker von Facebook und wenn ich diesen Blog nicht hätte, wäre ich auf dieser Plattform bestimmt nicht aktiv. Aber nicht nur das: Ich stehe auch durchaus kritisch den anderen Produkten und Zukäufen von Facebook gegenüber, allen voran WhatsApp. Eine Backdoor, die man damit begründet, dass sie nötig sei, um den perfekten Ausgleich zwischen Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit zu schaffen, finde ich völlig inakzeptabel – ein totales No-Go – typisch Facebook/WhatsApp halt. Die hatten immer schon gute Ausreden. Ich weiß noch genau, wie die Medien freudig berichtet hatten, wie “sicher” WhatsApp jetzt dank der neuen Verschlüsslung sei. HAHA.

Seitdem ich Telegram entdeckt habe und mein bester Freund bereit war zu wechseln, habe ich bemerkt, dass Sicherheit und Spaß durchaus in einem Produkt möglich sind. Telegram wird von Datenschützern und Sicherheitsexperten deutlich sicherer als WhatsApp eingeschätzt und bietet trotzdem mehr Features. Dazu zählen beispielsweise kleine Games, die man direkt im Chat spielen kann, Chat-Bots oder die Blogging-Platform Telegraph. Für mich war die Sache schon nach kurzer Zeit klar: Telegram ist mein neuer Messenger! Nach einigen Monaten hatte ich es auch tatsächlich geschafft fast alle (!) meiner Freunde zu “konvertieren” und auch alle meine Studien-Kollegen und die Familie waren bereit dazu, Telegram zu verwenden. Und was sagen sie? Alle, die ich bisher gefragt habe, sind sehr zufrieden mit Telegram und verwenden diesen Messenger gerner als WhatsApp. Mission complete!

Hier ein kleiner Tipp für alle, die sich jetzt nicht mehr so ganz sicher sind, ob sie WhatsApp weiterhin verwenden sollten: Testet einfach mal Telegram zusammen mit ein paar Freunden aus. Ihr werdet es mögen.

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